Vereins-Geschichte des

Turn- und Sportvereines Gau-Weinheim 1883 e.V

Im Jahre 1883 fanden sich junge Männer zusammen und gründeten den Turnverein Gau-Weinheim. Im Gründungsjahr zählte der Verein 40 Mitglieder; aber schon bald erhöhte sich die Zahl, ein klarer Beweis für das Interesse an einer guten Sache. Durch Spenden und kulturelle Veranstaltungen verschafften sich die Gründer ein Vereinsvermögen, wovon sie sich die nötigen Sportgeräte sowie eine Vereinsfahne anschafften. Der Monatsbeitrag war sehr gering und reichte bei weitem nicht für Neuanschaffungen aus. Ein kleiner Spielmannszug, der ausgestattet war mit Trommeln und Pfeifen, war schon vorhanden. Es wurde nur im Freien geturnt. Nachdem am Anfang nur ein Holzreck vorhanden war, wurde schon 1894 ein verstellbares Reck erworben. Auch ein Kletterbaum wurde aufgestellt. 1906 erhielt der Verein einen neuen Barren und ein Pferd. Die ersten Turnfeste, die unsere Turner besuchten, waren in Wörrstadt, Wolfsheim, Sulzheim, Engelstadt, Gau-Bickelheim und Münster am Stein. Als Sieger werden genannt: von der Au, Hoffmann, Kappel und Schreyer. Im Jahre 1907 trat der Verein dem "Unteren Nahegau" bei. Im selben Jahr wurden für das Sportfest in Ebernburg 30 Turner (24 Aktive und 6 Zöglinge) gemeldet. Eine beachtliche Teilnehmerzahl, fast alle kamen mit Siegessträußchen geschmückt nach Hause. Bester Turner in dieser Zeit und 1. Sieger auf dem Zöglingswetturnen in Sulzheim war Lorenz Bergmann. 1908 wurden wieder zwei Turnfeste besucht, in Pfaffen-Schwabenheim und Wolfsheim. Auch diesmal kehrten alle Teilnehmer als Sieger heim. Beste Turner: Johann Kappel 3. Sieger, von der Au 6. Sieger und Bergmann 9. Sieger. Alle Übungsstunden mußten pünktlich besucht werden. Bei dreimaligem Fehlen erfolgte schon Ausschluß aus dem Verein. Bei Versammlungen und Turnstunden wurde zuvor getrommelt. Ein Turner ging durch die Straßen und ermahnte mit der Trommel zur Teilnahme. 1911 wurden neue Vereinsabzeichen angeschafft und die alten Abzeichen eingezogen. jedes Mitglied bezahlte hierfür 50 Pfennig, während der Verein 30 Pfennig aus der Kasse zuschoß. Mit Ausbruch des Krieges kam die Vereinstätigkeit zum Erliegen. Viele Mitglieder standen im Felde und viele kehrten auch nicht mehr zurück. 1920 nahm der Verein seine Tätigkeit wieder auf. Neue Mitglieder wurden aufgenommen und der Jahresbeitrag erhöht. Mit einer Haussammlung wurde der Bau eines Gerätehäuschens finanziert. 1923 wurde der Jahresbeitrag wieder erhöht (2 Pfund Gerste oder 240.- Mark). 1924 waren es schon 5 Pfund Getreide. Immer wieder wurde die Vereinskasse durch ein Theaterspiel aufgebessert. Im Gegensatz zu heute meldeten sich hierfür sehr viele Spieler. 1924 dankte ein Gauvertreter dem Verein für seine vorbildliche turnerische Tätigkeit. Auf allen Festen im Gau waren unsere Turner vertreten und schnitten immer sehr gut ab. So errang in diesem Jahr Johann Hungermüller im 400-m-Lauf den 1. Sieg gegen stärkste Kreuznacher Konkurrenz. Auch Friedel Decker und Philipp Wolf holten sich einen 5. und 8. Sieg. 1926 waren die Turner auf dem Bezirksfest in Wolfsheim, die ihr 40jähriges Stiftungsfest feierten. Der ganze Verein mit der hiesigen Musik marschierte nach Wolfsheim. Alle aktiven Teilnehmer schnitten hervorragend ab. Sie errangen nachfolgende Preise: Hans von der Au 2. Sieger, Georg Hessinger 2. Sieger, Willi Elz 4. Sieger, Philipp Wolf 5. Sieger, Philipp Nauth 6. Sieger, Johann Müller 6. Sieger, Christian Müller 8. Sieger, ). Elz 8. Sieger.

1933 kam die Gleichschaltung aller Vereine und von dieser Zeit bis zum Ausbruch des Krieges 1939 ist wenig zu berichten. Während des Krieges und der darauffolgenden Besatzungszeit ruhte das Vereinsleben bis 1950. Als nun wieder Vereinsgründungen erlaubt wurden, waren auch wieder in Gau-Weinheim junge Männer, die den ruhenden Verein vom Schlafe erweckten und ihn neu erstehen ließen. Als Turn- und Sportverein Gau-Weinheim. Nachdem am Anfang erst eine Fußballabteilung aktiv tätig war, kamen aber bald auch eine Leichtathletik-, eine Turnabteilung und 1957 auch eine Tischtennisabteilung dazu. Die Fußballabteilung spielte bis heute in der C-Klasse des Kreises Alzey, stand schon zweimal im Endspiel um die Kreismeisterschaft. Auch in den übrigen Jahren hatte sie einen guten Tabellenplatz. Bei Pokalturnieren holten sie schon viele wertvolle Preise, sogar mehrere erste Siege. Von 1959 ab veranstaltete der Verein auch in jedem Jahr ein Pokalturnier. Bis zu zehn Mannschaften der B- und C-Klasse kämpften hier um den Siegerpokal. Auch ein vom Vorstand gestifteter Wanderpreis wird ausgespielt. Wallertheim war zweimal und Gau-Bickelheim einmal Wanderpreisträger. 1960 feierte der Verein seine zehnjährige Wiedergründung mit einem schönen Kameradschaftsabend. 1961 trat eine Vereinskrise ein. Verschiedene Spieler wanderten ab, und so mußten wir unsere Mannschaft aus dem Spielbetrieb der Verbandsrunde zurückziehen. Um nicht ganz aufzustecken und unseren verbliebenen Spielern gerecht zu werden, schlossen wir uns mit der TuS Vendersheim zusammen und bilden damit eine schöne, kampfstarke Mannschaft. Sogar eine C-Jugendmannschaft konnten wir in die Verbandsrunde schicken, um auch den Nachwuchs zu unterstützen und zu fördern.

Die Leichtathletik- und Turnabteilung, die von unseren jüngsten Mitgliedern getragen wird, war stets auf allen Kreisfesten vertreten und schnitten auch immer zufriedenstellend ab für unseren kleinen Verein. Mehrere erste Sieger, auch mehrere Staffelsiege waren der Lohn für ihren Fleiß. Die herausragenden Leistungen waren: 1. Sieger Ernst Krämer im Ballweitwurf (Kreisbester), 1. Sieger Manfred Kony im Weitsprung (Kreisbester), 4x50-m-Staffel der Schüler B 1.Sieger (Stumm, Hessinger, Freitag, Kany). Bei den alten Herren, Altersklasse 1 1. Sieger Wilhelm Hammer im Weitsprung, 100-m-Lauf und Kugelstoßen; Altersklasse 3 Karl Freitag 1. Sieger im Weitsprung, 100-m-Lauf und Kugelstoßen. Letzterer errang auch das goldene Mehrkampfabzeichen und das goldene deutsche Sportabzeichen. Auch Gerlinde Freitag erwarb sich die goldene Mehrkampfnadel. Leichtathletikfachwart Lehrer Rothe erhielt vom Leichtathletikverband Rheinhessen die Ehrennadel in Bronze.

Die Tischtennisabteilung versprach am Anfang mehr. Viele ältere Spieler standen am grünen Brett, doch ließ sehr bald diese Begeisterung nach, und nur noch eine Jugendmannschaft konnte an den Rundenspielen im Kreis teilnehmen. Diese steigerte ihr Können aber so, daß sie 1962 Kreispokalsieger und 1963 auch Kreismannschaftsmeister wurde. Die Siegermannschaft bestand aus den Spielern Gerlinde Freitag, Wolfgang Freitag, Manfred Kany und Theo Müller. Bei den Schülern stellen wir mit Wolfgang Freitag einen Kreismeister und in der weiblichen Jugend mit Gerlinde Freitag eine Kreis? und Landesmeisterin. Dieselbe konnte auch an den süddeutschen und deutschen Jugendmeisterschaften teilnehmen. Es kann also rückblickend und abschließend gesagt werden, daß der Turn- und Sportverein Gau-Weinheim in turnerischer, sportlicher und kultureller Hinsicht schöne Erfolge und Verdienste erworben hat.

 

Weitere Daten

1963 feierte der Verein sein 80-jähriges Bestehen, verbunden mit dem Gau-Kinderturnfest.
800 Kinder nahmen an diesem Turnfest teil. Am Sonntag wurde ein Festzug, durch das festlich geschmückte Dorf durchgeführt, bei dem die Aktiven von Musik- und Spielmannszügen begleitet wurden.
1964 folgte die Gründung einer A - Jugend - Fußballmannschaft Gau-Weinheim/ Vendersheim. Als Betreuer fungierten die Sportkameraden Ebling, Hein, Kany und Lutz,
Dadurch war unser Verein im Kreis Alzey nun durch je eine A- und C-Jugend sowie einer 1. Mannschaft im Fußballsport vertreten.
Die 1, Mannschaft konnte in der C - Klasse den Titel des Herbstmeisters, die Meisterschaft und den Aufstieg in die B - Klasse Alzey erringen.
In diesem Jahr waren auch die Leichtathleten sehr erfolgreich. Zahlreiche Leistungsabzeichen in Silber und Bronze, sowie 3 Mehrkampfnadeln für ältere Jahrgänge wurden errungen.
Gute Platzierungen wurden auch von der TT-Abteilung verbucht.
1965 nahmen alle Abteilungen unseres Vereins am Spiel- und Wettkampfbetrieb im Kreis Alzey teil.
1966 mußte wegen Spielermangel die C-Jugend abgemeldet werden. Auch die TT-Abteilung hatte unter dem Aderlaß an Spielern zu leiden und mußte schweren Herzens aufgelöst werden.
Positive Aspekte des Jahres waren die Gründung einer B-Jugend-Fußball Mannschaft, der Vizemeistertitel der 1. Fußballmannschaft in der B - Klasse, sowie die erfolgreiche Teilnahme der Leichtathleten an zahlreichen Sportfesten
Die Jahre 1967/68 brachte den aktiven Mannschaften wechselnde Erfolge.
Die Leichtathleten konnten bei den Schülerbestenkämpfe mit 26 Teilnehmer starten.
22 Teilnehmer qualifizierten sich für die Endkämpfe. Leider konnten diese guten Erfolge das Auflösen dieser Abteilung nicht verhindern. Sicherlich war hierfür mit ein Grund in der Zentralisierung des Schulwesens zu sehen.
Ab 1969/70 war der Verein im Kreis Alzey nur noch durch die Fußballabteilung vertreten.
Die 1. und 2. Mannschaft wie auch die Jugendvertreter belegten gute Plätze.
In den Jahren 1971/72 erlebte der Verein wiederum einen Höhepunkt. Die 1. Fußballmannschaft spielte sehr erfolgreich im Hermann-Emmel-Pokal mit.
Nach Siegen über TuS-Wolfsheim, TuS-Heimersheim und TV Albig wurde die Zwischenrunde erreicht. Hier wurde der Amateurligist RW Alzey vor 300 Zuschauern starker, heimischen Kulisse nach Elfmeterschießen 5 : 3 besiegt. Auf dem Weg zum Halbfinale wurden der A-Klasse Vertreter SV-Bechtolsheim (3 : 2) und der Amateurligist TuS-Pfeddersheim (1 : 0) besiegt.
Erst den Amateuren von VfR Wormatia Worms mußte sich unsere Mannschaft nach großem Kampf vor 400 Zuschauern mit 2: 4 geschlagen geben.
Wechselnde Fußballerfolge brachten die Jahre 1973/74. Während die 1. Mannschaft nicht an die großen Erfolge der Vorjahre anknüpfen, konnte belegte die E-Jugend unter der Leitung ihrer Betreuer H. D. Müller und G. Lutz den 4. Platz in ihrer Gruppe.
Dieser E-Jugend Erfolg wurde mit dem Kreis- und Hallenmeistertitel sowie dem Vizemeistertitel in der Bezirksmeisterschaft in den Jahren 1975/76 gekrönt.
Am 25. 6. 75 feierte die Fußballabteilung ihr 25-jähriges Bestehen.
Während die Jahre 1977/78 im Zeichen der D-Jugend standen, Kreis- und Hallenmeisterschaft, der Verbandsgemeindepokal wurde gewonnen, sowie der Aufstieg in die Bezirksklasse Rheinhessen erreicht, stieg die 1. Mannschaft in die C-Klasse ab.

1979 wurden die Vereinsaktivitäten durch die Gründung der Damen-Gymnastikabteilung bereichert. Großes Engagement im kulturellen und gesellschaftlichen Geschehen wie auch im gymnastisch, sportlichen Bereich zeichnet die Damen aus. Auszugsweise sollen hier die Kinder-Martinsumzüge und die neu ins Leben gerufene Kinder-Fastnacht genannt sein.
Unter der Leitung der ehrenamtlich tätigen Übungsleiterin Frau Betty Felsch errangen 10 Damen das Deutsche Gymnastikabzeichen.

Die Fußballabteilung konnte in der Saison 1980/81 erneut mit Erfolgen aufwarten. Während die B-Jugendmannschaft einen sehr guten Platz in der Bezirksliga belegte, konnte sich die 1. Mannschaft als erste C-Klasse?Vertretung den Verbandsgemeinde-
Pokal des VBG Wörrstadt 1981 erspielen.
Die Jahre 1982/83 zeigten viele Facetten im Vereinsleben. So wurde im sportlichen Bereich eine Kinderturnabteilung wieder aufgebaut, die sich schon bald großem Zuspruch erfreute.
Die Fußballmannschaften spielten mit wechselnden Erfolgen.

1983 wurde dann das 100-jährige Jubiläum auch gebührend gefeiert: Eine 80 Seiten starke Festschrift zeigt unter anderem das Festprogramm auf: Festkommers, Völkerballspiele, Turnwettbewerbe, Fussball-Turniere, Tanzabend und zum Abschluss ein Feuerwerk wurden durchgeführt.

2002 gründete sich die Tischtennisgruppe als Freizeit-Aktivität.

2004 feierte die Gymnastikabteilung ihr 25jähriges Bestehen.

Heute präsentiert sich der Verein mit vielen Sparten: Die Damen-Gymnastik gibt es jetzt in 2 Gruppen: Montags werden Step-Aerobic und Body-Toning angeboten, Mittwochs liegt der Schwerpunkt auf gymnastischen Übungen zur Stärkung der Rückenmuskulatur und der Verbesserung der Beweglichkeit. In einer Kinderturngruppe werden die 3 bis 6 jährigen Kinder zum Erlernen von Körperkoordination und turnerischen Fähigkeiten angeleitet. Bereits seit einigen Jahren etabliert ist auch die Badminton-Gruppe, in der Männer und Frauen verschiedener Altersgruppen teilnehmen. Im Bereich Fussball hat der TuS Gau-Weinheim mit dem TuS Vendersheim und der TG Wallertheim im Jahr 1996 die Spielgemeinschaft SG Wiesbachtal gegründet. Hier ist im Bereich des Jugendfussballs fast eine vollständige Serie von Bambinos bis A-Jugend vertreten. Die Aktiven-Mannschaft spielt auf Verbandsebene.
Über die sportlichen Leistungen hinaus ist der TuS eine tragende Säule des gesellschaftlichen Lebens in Gau-Weinheim. So richtet er jährlich eine Fastnachtssitzung aus und bewirtet während der Kerb das Dorfgemeinschaftshaus.

Durch die Eröffnung des Vereinsheims in der Schule konnte ein weiterer Baustein im Vereinsleben gelegt werden. In dem neu erstellten Dorfgemeinschaftshaus wurden Räume als Vereinsheim angemietet, die freundlicher Weise von der Ortsgemeindeverwaltung zur Verfügung gestellt wurden.
Für das Vereins- und Gemeindewohl wurden im kulturellen Bereich, neben Kameradschaftsabenden, Weihnachtsfeiern, auch die Kirchweihfeier, Sylvesterfeier und Fastnachtveranstaltungen durchgeführt.

 

Euer TuS

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